Wie Sie die Frührente, Erwerbsminderungsrente, Berufsunfähigkeitsrente und den Schwerbehindertenausweis beantragen

Schritt für Schritt erfolgreich zum Antrag – Hilfe zur Selbsthilfe!

Krankengeschichte ausarbeiten

Wer einen Antrag auf Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente bei seiner Rentenversicherung einreichen will, der muß vorher seine Hausaufgaben machen und knallharte Fakten schaffen.

In Schritt 1 (Rechtsschutzversicherung) + Schritt 2 (VDK-Mitgliedschaft) haben wir das Fundament für die Inanspruchnahme eines kompetenten Rechtsbeistandes gezimmert.

In Schritt 3 (Kontenklärung), in Schritt 4 (Persönliche Voraussetzungen) und in Schritt 5 (Rentenhöhe) haben wir sichergestellt, daß wir aktuelle und verbindliche Aussagen seitens der Deutschen Rentenversicherung zur Höhe der zustehenden Erwerbsminderungsrente vorliegen haben.

In Schritt 6 geht es nun darum, unsere Krankengeschichte lückenlos und nachvollziehbar auszuarbeiten und das kann eben niemand besser als der Betroffene persönlich. Schließlich geht es in der Regel um eine zeitlich sehr ausgedehnte Zeitspanne. Eine Krankengeschichte sollte tabellarisch und chronologisch verfaßt werden, nach Datum und aufsteigend sortiert. Vergleichbar einem tabellarischen Lebenslauf wie bei einer Bewerbung für einen Arbeitsplatz.

  • Im Idealfall führen Sie Zeit Ihres Lebens eine Art Krankentagebuch, worin Sie alle Erkrankungen, Klinik- und Kuraufenthalte kontinierlich und schriftlich festhalten und die dazu gehörenden Arztatteste, Klinik/Krankenhaus- und Kur/REHA-Entlassungsberichte akribisch sammeln und an einem sicheren Ort aufbewahren.
  • Wer das nicht regelmäßig tut, der macht sich das Leben unnötig schwer und muß später unter erheblichem Druck die fehlenden Daten sammeln und oft von Pontius zu Pilatus laufen, um fehlende Dokumente beibringen zu können.
  • Der Otto Normalverbraucher geht irrtümlich davon aus, daß Ärzte und Kliniken, Gutachter und REHA-Einrichtungen Dokumente zeitlich unbegrenzt aufbewahren müßen.
  • Das ist ein großer Trugschluß.
  • Ärzte und Kliniken müßen in der Regel die Dokumente maximal für 10 Jahre (von wenigen Ausnahmen abgesehen) archivieren.
  • Denken Sie nur daran, daß ein Brand alles vernichten kann, daß ein Arzt seine Praxis aufgibt, daß Sie mehrmals im Leben umziehen, daß Unterlagen verloren gehen.
  • Wenn Sie nun Ihre Krankengeschichte erstellen so müßen Sie Namen und Adressen von Ärzten, Kliniken, REHA-Einrichtungen namentlich erwähnen.
  • Wie unglaublich einfach und komfortabel ist es da, wenn alles bereits wohl geordnet und zugänglich in einem Ordner abgelegt ist.
  • In Schritt 7 geht es um die Sicherstellung aller Origunalunterlagen und Dokumente im Zusammenhang mit Ihrer Krankengeschichte.
  • Diese Originalunterlagen sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse wie Ihren Augapfel an einem sicheren Ort und sauber geordnet aufbewahren.
  • Die Wiederbeschaffung könnte erschwert wenn nicht sogar unmöglich sein.

Seite: Nachweise archivieren und ordnen

Wer sich vornimmt, bei seiner Rentenversicherung einen Antrag auf Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, Erwerbsminderungsrente einzureichen der tut gut daran, alle Schritte konsequent abzuarbeiten und die Fakten übersichtlich und jederzeit abrufbar zu ordnen. Originale und Kopien sollten getrennt aufbewahrt werden. Es kann nicht schaden, Kopien rechtzeitig beglaubigen zu lassen. Sie werden im weiteren Verlauf Ihres angepeilten Rentnerdaseins als Erwerbsgeminderte immer wieder darauf zugreifen müßen, weil die Renten wegen Erwerbsminderung überwiegend nur noch zeitlich befristet werden. In diesem Zusammenhang muß die Weitergewährung der Renten wegen Erwerbsminderung immer wieder, rechtzeitig vor deren Ablauf, neu beantragt werden.

Warum ist es nun so wichtig, daß Sie sich persönlich vehement darum kümmern sollten, daß alle Ihre Nachweise vorliegen und nicht erst mühsam beschafft werden müßen?

Stellen Sie sich vor, Sie stellen einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente und stellen beim Ausfüllen des Antragsformulars fest, daß Sie alle bisher behandelnden Ärzte, Kliniken, REHA-Einrichtungen, Krankheiten und Gebrechen auflisten müßen und nun sind keine Nachweise vorhanden.

Sie haben grundsätzlich zwei Möglichkeiten, ein solches Antragsverfahren anzugehen:

1)

  • Die denkbar schlechteste Vorgehensweise:
  • Sie überlassen alles dem Zufall und verlassen sich auf den riesigen Verwaltungsapparat der gesetzlichen Sozial- bzw. in diesem Fall Rentenversicherung.
  • In diesem Fall müßen Sie zumindest die Ärzte und Krankenhäuser benennen, bei denen Sie schon in Behandlung waren.
  • Im Extremfall geben Sie, wie die Masse der Antragsteller, lediglich vage und unklare Namen und Behandler an.
  • Dann müßen die Sachbearbeiter der Rentenversicherung die verschiedenen Stellen anschreiben und von dort die notwendigen oder aber eventuell noch verfügbaren Unterlagen anfordern.
  • Oft sind die Ärzte gar nicht mehr vorhanden, ebenso sind die Archive oft mangelhaft verwaltet, oft ist die Zehnjahres-Aufbewahrungsfrist abgelaufen und keine Unterlagen mehr verfügbar.
  • In diesem Fall haben Sie schlechte Karten, weil das alles unnötiger Verwaltungsaufwand ist, die Zeit läuft davon, Ihr Rentenantragsverfahren zieht sich in die Länge wie ein alter, zäher Kaugummi. Nicht selten geht das Spiel über mehrere Jahre.

2)

  • Die denkbar bessere Vorgehensweise:
  • Sie haben sich nach jeder Behandlung sofort eine Kopie des Arztattestes ausstellen lassen;
  • Sie haben von jedem Krankenhausaufenthalt einen Entlassungsbericht;
  • Sie haben von jedem Kuraufenthalt einen Entlassungsbericht;
  • Sie haben von jedem Gutachten eine Kopie.
  • Sie lassen sich von kompetenter Stelle (z.B.) Niederlassung der Rentenversicherung oder anderes befugtes Amt,
  • Ihre Kopien beglaubigen.
  • Auf den oben angeführten Unterlagen sind im Idelfall die Adressen, Behandler, Ansprechpartner, Telefon, Faxverbindungen, E-Mailadressen bereits vorhanden.
  • Wer solche Unterlagen bei seiner Rentenversicherung einreicht, hat bei den dortigen Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern automatisch einen Pluspunkt udn beschleunigt das gesamte Antragsverfahren erheblich.

Ich kenne Leute, die sammeln Ihre Unterlagen in einem Schuhkarton und reichen diesen Papierhaufen zusammen mit dem Antrag auf Erwerbsminderungsrente ungeordnet und unsortiert bei Ihrer Rentenversicherung ein.

Dann wundern sich diese Leute, wenn der ganze Mist (Verzeihung für diese Bezeichnung) nach wenigen Wochen mit einer Antragsablehnung wieder bei Ihnen im Briefkasten landet.

Bitte merken Sie sich in jedem Fall:

Jeden Handgriff, den Sie in diesem Zusammenhang selber machen, beschleunigt den Verfahrensbalauf Ihres Antrags auf Erwerbsminderungsrente erheblich.

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad Huber

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

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Besten Dank!

Guten Tag, mein Name ist Konrad Huber.

(Jahrgang 1949) Ich beziehe seit 2001 eine private Berufsunfähigkeitsrente aus einer privaten Berufsunfähigkeitszusatzversicherung sowie eine volle Erwerbsminderungsrente auf Zeit aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch innerhalb meiner eigenen Familie und im Verwandten- und Bekanntenkreis wurde und bin ich mit dem Thema Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung täglich konfrontiert.
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Meine Ratschläge sind bekannt aus:

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2 Kommentare

  1. anonym

    Sehr geehrter H.Huber,
    mein Krankengeld läuft noch bis Mitte August 15. Antrag auf EM-Rente wurde am 30.3.15 gestellt. Aus einer medizinischen Reha wurde ich am 30.9.14 arbeitsunfähig für die letzte Tätigkeit ohne Wiedereingliederung entlassen, die sozialmedizinische Begutachtung ergab 3-6h arbeitsfähig, auch für den allgemeinen Arbeitsmarkt.
    Seit März 2013 ununterbrochen arbeitsunfähig wegen diverser Operationen, auch eine noch nach der Reha. Krankenkasse möchte nun von mir Unterschrift, um Einsicht in Rehagutachten zu bekommen, um mich “zu unterstützen” und Rente zu “beschleunigen”. Macht das Sinn ? Vor-Nachteile ? Halbe Rente wäre geringer als Krankengeld, volle Rente wäre höher als Krankengeld, Differenz jeweils ca. 300 EUR. Arbeitsverhältnis ruht, da öffentlicher Dienst, Teilzeit, GdB größer 50% liegt vor. Private Berufsunfähigkeitsrente wird wahrscheinlich genehmigt. Ein guter Rat wäre prima. Krankenkasse möchte wohl früher aus dem Krankengeld raus….?! danke im voraus…Alter: 45

    Antworten
    • Konrad

      Sehr geehrte Frau Gabi Fisch,

      besten Dank für Ihre Kontaktaufnahme
      und für Ihr Vertrauen!

      Ich habe soeben über Ihre hinterlegte E-Mail-Adresse Kontakt zu Ihnen aufgenommen!
      Nun kann die weitere Kommunikation diskret weitergeführt werden!

      Nur soviel vorneweg!

      Da Sie laut Ihren Angaben 45 Jahre alt sind,
      sind Sie nach dem sehr wichtigen Stichtag 1.1.1961 geboren
      und haben somit in der gesetzlichen Rentenversicherung
      in der Regel keinen Vertrauensschutz wegen Berufsunfähigkeit!

      Für die Bewilligung einer vollen Erwerbsminderungsrente müßen Sie somit
      an Hand Ihrer eigenen Krankenakte den glasklaren Nachweis erbringen,
      daß Ihre Leistungsfähigkeit
      auf Grund Ihrer gesundheitlichen Gebrechen
      dauerhaft auf unter 3 Stunden,
      innerhalb einer 5-Tage-Woche,
      auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt,
      (wie z.B. Pförtner, Museumswärter, Nachtportier und viele weitere leichte Tätigkeiten)
      abgesunken ist!

      Unter folgendem Link finden Sie den “Roten-Faden”,
      welche Hausaufgaben im Zusammenhang mit der Beantragung der vollen Erwerbsminderungsrente
      abgearbeitet werden sollten:

      http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-und-der-rote-faden/

      Dies können Sie zum Beispiel
      unter folgendem Link der DRV nachvollziehen:

      http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publicationFile/49858/erwerbsminderungsrente_das_netz_fuer_alle_faelle.pdf

      Um zu Ihrem Recht zu kommen,
      sollten Sie auf gar keinen Fall ohne kompetenten Rechtsbeistand agieren,
      wie zum Beispiel VDK!

      http://www.vdk.de/deutschland/pages/mitgliedschaft/64026/rechtsberatung

      Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

      Konrad

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