Erwerbsminderungsrente beantragen, Sozialgericht, was ist das?

Erwerbsminderungsrente beantragen, Sozialgericht, was ist das?

Vorgang beim Sozialgericht:
In vielen Fällen lehnt die DRV Anträge auf Erwerbsminderungsrente penetrant ab und die Verfahren landen dann vor dem Sozialgericht!
Hier besteht zwar kein Anwaltszwang, aber juristische Laien sind sehr gut beraten, wenn Sie direkt nach Eingang eines Ablehnungsbescheides, also gleich ab Beginn des Widerspruchsverfahrens, einen kompetenten Rechtsbeistand wie den VDoder einen anderen Sozialverband mit Sozialrechtsschutz hinzuziehen (auch Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft mit Sozial-Rechtsschutz) und diesem Rechtsbeistand die weitere Abwicklung des Schriftverkehrs mit der DRV übertragen!
Früher oder später erfolgt dann durch das zuständige Sozialgericht die schriftliche Ladung zur mündlichen Verhandlung
Wortlaut in etwa so: (je nach Stadt, Bundesland, usw.)
 
1.
 Termin zur mündlichen Verhandlung wird bestimmt auf
 Tag….., Datum……..,Uhrzeit………,in Stadt…,Strasse…,Etage…,Saal-Nummer….,
 
2.
Dem Kläger steht frei, zu der Verhandlung zu erscheinen.
Reisekosten,
sonstige Auslagen und Verdienstausfall werden nicht vergütet,
es sei denn, daß das Gericht das Erscheinen nachträglich für geboten hält!
 
3.
Prozessgegenstand sind die Verwaltungsakten der Beklagten,
die Verfahrensakten sämtlicher Rechtszüge,
sowie die bereits mitgeteilten Akten und Unterlagen!
 
Anmerkung hierzu:
Daraus ist eindeutig
und klar ersichtlich,
daß sich das Sozialgericht bei seiner Beurteilung des Sachverhalts
in erster Linie auf die vorhandenen,
schriftlichen Fakten stützt,
weniger auf irgendwelche mündlichen Aussagen!
 
Aus diesem Grund ist die rechtzeitige Dokumentation
des gesamten Gesundheitsverlaufs in der eigenen,
persönlichen Krankenakte laut dem „Roten-Faden“ unverzichtbar
und entscheidet letztendlich über den Ausgang des Antrags-Verfahrens!
 
4.
Auch im Falle des Ausbleibens von Beteiligten (bzw. Bevollmächtigten)
kann Beweis erhoben,
verhandelt und entschieden werden;
Die Entscheidung kann auch nach Lage der Akten ergehen!
 

Auftrag des Sozialgerichts an den jeweiligen Gutachter:

Bitte beantworten Sie folgende Beweisfragen:
 1
Welche Gesundheitsstörungen liegen auf Ihrem Fachgebiet beim Kläger vor?
 
2
Handelt es sich dabei auch um seelisch bedingte Störungen?
Welcher Art sind gegebenenfalls diese seelichen Störungen?
Handelt es sich nur um „bloße Krankheitsvorstellungen“?
 
3
Läßt sich unter Auslegung eines strengen Maßstabes
und bei kritischer Würdigung zweifelsfrei ausschließen,
daß diese seelischen Störungen
 
3.a
vorgetäuscht werden oder wurden (Simulation, Aggravation)
 
3.b
nur in einer Untersuchungssituation zu beobachten,
sonst aber nicht vorhanden sind,
 
3.c
bei aller zumutbarer Willensanstrengung
aus eigener Kraft durch eigene Willensbeschlüße,
also ohne Therapie,
sogleich oder etwa innerhalb eines halben Jahres,
ganz oder teilweise überwunden werden können?
 
4
Wie wirken sich die von Ihnen festgestellten Gesundheitsstörungen
auf die Leistungsfähigkeit des Klägers aus?
 
Bitte begründen Sie kurz,
welche Gesundheitsstörung welche Leistungseinschränkung
(in qualitativer und zeitlicher Hinsicht) zur Folge hat
und wie sich dies auf die Fähigkeit des Klägers,
auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig zu sein,
auswirkt!
 
4.a
Ist der Kläger noch in der Lage,
trotz seiner Gesundheitsstörungen seine bisherige Tätigkeit
als………… weiterhin auszuüben?
 
4.b
Welche anderen Tätigkeiten sind dem Kläger
ohne unmittelbare Gefährdung der Gesundheit,
sei es auch nur mit Einschränkungen,
noch möglich?
 
4.c
Welche Tätigkeiten und Belastungen sind zu vermeiden?
 
  • mindestens sechs Stunden täglich,
  • zwischen drei Stunden und 6 Stunden täglich,
  • das gilt auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt!
 
  • weniger als 3 Stunden täglich,
  • das gilt auch für leichte Tätigkeiten am allgemeinen Arbeitsmarkt!
Beurteilen Sie bitte die einzelnen Tätigkeiten
a. und b. getrennt!
 
5.
 Seit wann bestehen die von Ihnen festgestellten Leistungseinschränkungen?
(ggf. nach Wüdigung der aktenkundigen Befunde zu beurteilen)?
 
 6.
Worauf beruhen aus Ihrer Sicht ggf. Abweichungen von einem Vorgutachten
oder einer Stellungnahme des ärztlichen Dienstes der Beklagten
(Besserung/Verschlimmerung des Gesundheitszustandes,
abweichende Beurteilung desselben medizinischen Sachverhaltes)?
 
Bitte begründen Sie eine eventuelle Abweichung!
 
 7.
 Halten Sie weitere Untersuchungen
und Begutachtungen für erforderlich?
 
Wenn ja:
 
Auf welchem Fachgebiet und aus welchem Grund?

 

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Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad Huber